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Trust Believe Change

Bekennen und The House of Mikrodisko Member werden! In einer
gemeinsamen Zeremonie die Church of Trust Believe & Change feiern!
Jetzt anmelden! Schicke ein Mail mit einer persönlichen Begründung,
warum Du House Member werden willst an:
i n f o (@) m i k r o d i s k o . n e t
(bis spätestens 12.Dez. 2015, 16h).
Dir wird dann eine schriftliche Mitteilung mit Zeit, Ort, personalisiertem
QR-Code und weiteren Details zur Zeremonie persönlich zugesandt.

trust

Die Drei Voraussetzungen

ERSTENS
Es ist nicht so sehr das "was".
Es ist das "mit wem".

ZWEITENS
Zusammen ist man weniger allein.

DRITTENS
Onward lover, onward friend.


«Nachts gehen wir im Kreise und werden vom Feuer verzehrt.»
Wenn man aber sich nur verzehrt, ohne sich zusammenzufinden,
also auf die Ansammlung von Gedanken verzichtet, ist das
Ende der Verzehrung vorherzusehen. Mit purer Blödheit lässt
sich Zeit totschlagen. Jedoch: Erst die Verbindung zur
Gedankenansammlung macht diese tote Zeit zu bleibender Zeit.
Es mag sich makaber anhören, aber im Grunde ist unser Vertrauen
in uns um uns eine Ansammlung toter Zeit, in der wir Ideen
hatten, uns – während wir alle gleichzeitig etwas erzählten
– zuhörten. Es immer wieder schafften in den ruhigen Momenten
einander mehr zu sein als Sekrete ausscheidende Bioorganismen.
Das ein oder andere Sekret lässt sich in diesen Ansammlungen
finden. Und das ist auch gut so. Aber gerade nicht der Punkt.
Die Gedankenansammlungen, die wir geworden sind, als wir uns
zuhörten – teils blöd, teils die geballte Weisheit dieser Welt
– haben ein Netz ergeben. Eine fein zisellierte Struktur zärt-
licher Momente gegen den Wirklichkeitswahnsinn. Ein vertrauter
Blick in Richtung Perspektiverhaltung in den verlassenen Einöden
der geistigen Achterbahnfahrt, die man uns als Leben vor die
Füße geworfen hat. Ohne zu fragen. Die Folter sein möchte;
möchte würde täte – das nötige Bewusstsein fehlt ihr.
Automatismus für individuell Automatisierte. Eine Achterbahn
denkt auch nicht drüber nach. Rauf, runter, Looping. Das
interessiert sie nicht. Umso wichtiger – Umkehrschluss – wurde
das Vertrauen der Ausgelieferten in die Struktur. Ins Netz. In
die Gedankenansammlung. In einen Ort ohne Ort, eine beständige
Fata Morgana, ein Schloss der Harmonie. In Lebewesen, die nicht
mehr nur Personen waren. Die Menschen geworden sind. Die unsere
Herzen bewohnt haben. Wohnzimmer. Küchen. Gärten. Schlafzimmer.
Weil wir wissen: Es ist nicht so sehr das «was». Es ist das
«mit wem».

 

Eine Abhandlung zum Glauben befindet sich in der Gefahr,
atheistische Gottesapologie zu betreiben. Sich mit der falschen
Vorstellung des Paradies' gemein zu machen, einer Verkündung des
guten Lebens in einer Zukunft, die wir nicht erleben. Wir sagen:
«Paradise now, Fegefeuer whenever». Unsere Kirche heißt Disko;
denn – seien wir ehrlich – von Messwein wird man nicht betrunken.
Die Dosis des Gifts von einem Pfaffen bestimmen zu lassen ist
ein zweifelhaftes Konzept. Pfaffen, phänotypisch schön und gut.
Röcke sind unterbewertet. Aber die inneren Werte. Davon ab: Als
wäre es nur die Kirche. Männlein, Weiblein, Warenform. Eine Welt
ruiniert durch Alltagsglauben und Ideologiequacksalberei.
Beherrscht vom heterosexuellen, weißen Mann. Einer erbärmlichen
Kreatur, die Mitleid wie Kastrationsphantasien gleichermaßen
provoziert. Saubere Leistung. Apropos Leistung: Vertraue keiner
Spin Doctor, die du nicht selber gedreht hast. Ohne Glauben aber
geht es auch nicht. Traurig? Nicht unbedingt. Das glauben ist
etwas anderes als der Glauben. Die Gründe, die uns glauben lassen,
sind so vielfältig, so gut, so falsch, so temporär wie dauerhaft.
Wir glauben an schöne Lügen und Gerüchte. An Temporärwahrheiten
und Daueraphorismen. An die Hoffnung, jene untreue Illusion
besserer Tage. Der entgegengesetzte Ansatz, pure Vernunft. Auch
nur ein Glauben. Weil es eben endlich ist, was wir als pure
Vernunft fassen können. Die graue Masse, die niemand versteht,
kommt ans Ende ihres Fassungsvermögen, wenn man ihr einen
verzerrten Spiegel vorhält; ach, seien wir weiterhin ehrlich:
Bei bloßer Betrachtung der uns verzehrenden Umwelt. Zwischen
Verzehrung und Verzerrung sind wir Getriebene. Machen weiter,
weil wir wissen, dass es weitergehen muss. Verlieren einander,
kommen zurück. Glauben an Nächte in den Armen der anderen. So
halten wir uns fest, weigern uns zu fallen. Weil wir wissen:
Zusammen ist man weniger allein.

Status quo: Kindergarten, Blitzkrieg, Sauerkraut, Willkommens-
kultur. Der freundliche Deutsche als Charaktermaske des zündelnden
Arschlochs. Wir werden uns erheben und wir werden alles umstürzen.
Wir werden nicht anhalten können, bevor der Engel der Geschichte
ein Lächeln auf seinem Gesicht trägt. Bevor der Sturm des
Fortschritts nicht mehr vom Paradies her wehen wird, weil der
Begriff des Paradieses eine obsolete Vorstellung jener Tage
geworden ist, in denen wir noch träumen mussten, um eine schöne
Welt wenigstens zu imaginieren. Bevor der Trümmerhaufen
Vergangenheit bestiegen sein wird. Bevor die Geschichte der
Sieger*innen zur Geschichte der Menschen wurde. Bevor es keine
Sieger*innen mehr geben wird. Dieser Umsturz wird einer sein,
der die Orte verlässt, an die bis jetzt bei Umsturz gedacht
wurde. Ein Aufstand aus jedem Schlafzimmer, aus jeder Küche.
«You can plan a lot of damage from the kitchen. It's also where
the knives are kept.» Den Ort alltäglicher Verpflegung schon mal
so betrachtet? Ich nicht. Danke, Laurie. Die maladie du doute
werden wir gemeinsam zu einem doute saine ummodeln, uns im
schönsten Zweifel der Sonne entgegen werfen, im Regen tanzen.
Wir werden weinen, weil wir müssen. Wir werden lachen, weil wir
geweint haben. Wir werden verrückt sein und uns damit wohlfühlen.
Wir werden die Mauern niederreißen, die uns glauben lassen, dass
wir verschieden wären. Uns als Individuen wiederfinden, die das
falsche Bewusstsein besiegen. Unsere Aufgabe wird sein, uns nicht
in falschen Verallgemeinerungen zu verlieren und gegen die blinde
Konkretion anzugehen. Die Negation wird unsere Freundin sein. Stolz
werden wir mit ihr die Gedankengebäude der Gegenwart zu handlichen
Stücken verarbeiten, sie dem Jetzt und seinen Bütteln entgegen-
werfen. Unser Lobgesang auf die wirkliche Bewegung: «Es gibt noch
eine andere Welt/Ich erkenne eure Gesetze nicht an/Ihr werdet
vergehn». Vielleicht werden wir scheitern, ganz sicher nicht
aufgeben. Weil wir wissen: Onward lover, onward friend.



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